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Alkoholfrei leben: Warum du noch nicht bereit bist, ein Leben ohne Alkohol zu leben

Es ist wohl eine der häufigsten Fragen, die man mir stellt: Maria, warum schaffe ich es einfach nicht, keinen Alkohol mehr zu trinken? Warum kann ich nicht einfach zufrieden alkoholfrei leben? In diesem Blog-Artikel erfährst du, warum. Und soviel schon einmal vorweg: Es gibt drei Kategorien von Gründen, und die letzte ist die, die am einfachsten zu akzeptieren ist.




Leben ohne Alkohol: Die vorgeschobenen Gründe, warum du noch nicht alkoholfrei lebst


Bei den vorgeschobenen Gründen handelt es sich um "Geschichten", die du dir immer wieder rund um deinen Alkoholkonsum erzählst. Heisst: Du weisst eigentlich, dass du keinen Alkohol mehr trinken möchtest und dich irgendwann von ihm verabschieden willst, aber sobald du daran denkst, ploppen in deinen Gedanken sofort Gegenargumente auf. Diese Gegenargumente, diese "Geschichten", die du dir dann immer wieder erzählst, könnten so aussehen:

  • Du erzählst dir, dass sich erst noch gewisse Umstände ändern müssen, ehe du das Thema Alkoholfreiheit angehen kannst. Du sagst dir dann sowas wie: "Ich warte erst noch, bis ... (der Urlaub durch ist, bis die stressige Zeit überstanden ist, bis meine Kinder grösser sind, bis ich mich von meinem Freund trennen konnte, bis ich eine Sportroutine entwickelt habe)."

  • Du bist überzeugt, noch nicht bereit zu sein, weil du (noch) zu schwach bist. Du hast vermutlich in der Vergangenheit die Erfahrung gemacht, dass du trotz anstrengendem Einsatz deiner Willenskraft deinen Alkoholkonsum nicht so einschränken konntest, wie du dir das vorgenommen hast. Das nennt man in der Psychologie auch erlernte Hilflosigkeit. Du vertraust deinen Vorsätzen nicht mehr, weil du dich immer wieder selbst enttäuscht hast. Du sagst dir dann sowas wie: "Ich schaffe es sowieso nicht, weil ich keine Willenskraft/keinen Ehrgeiz/kein Durchhaltevermögen habe."


Fazit: Für die vorgeschobenen Gründe ist deine innere Trinkerin verantwortlich und sie ist smart und wortgewandt. Sie weiss genau, mit welchen Worten, mit welchen Triggern und in welchen Situationen sie dich vom Alkohol überzeugen kann. Sie ist es, die dir die beiden oben aufgezählten Gründe (und anderen, die ich hier nicht aufgezählt habe) erzählt. Sie ist es, die dich mit den vorgeschobenen Gründen um den Finger wickelt und damit in dir die Überzeugung erzeugt, dass du noch nicht bereit bist, dich vom Alkohol zu verabschieden.


Lösung: Neue Gewohnheiten und Rituale erschaffen die Möglichkeit, schnelle, eingeschliffene Denk- und Handlungsmuster zu erkennen, zu reflektieren und in positive, konstruktive Gedanken und Handlungen umzuwandeln.



Alkoholfrei leben: Die vermuteten Gründe, warum du noch nicht ohne Alkohol lebst


Bei den vermuteten Gründen handelt es sich um Meta-Gedanken. Das sind jene Gedanken, die du dir über deine vorgeschobenen Gründe machst, also Gedanken, die du dir über deine Gedanken machst. Und weisst du was? Das ist gut! Denn das bedeutet, dass du reflektierst. Es bedeutet, dass du hinter deinen vordergründigen Gedanken tatsächlich andere Ursachen (andere Gründe) vermutest. Es bedeutet, dass du nicht alles glaubst was du denkst! Die Fähigkeit zur Selbstreflexion ist die Voraussetzung für die Veränderung deiner Gedanken und Handlungen (nicht nur in Bezug auf deinen Alkoholkonsum). Bei den vermuteten Gründen hast du beispielsweise folgende Gedanken:

  • "Ich muss wirklich ein Problem mit Alkohol haben. Warum sonst trinke ich immer wieder, obwohl ich nicht will? Warum sonst schaffe ich es nicht, aufzuhören, obwohl ich es (immer wieder mal) so sehr versuche?"

  • "Ich bin vermutlich einfach so. Ich bin halt die, die zu viel trinkt. So bin ich eben, und das muss ich akzeptieren."

  • "Ich muss grundlegend etwas in meinem Leben verändern, sonst schaffe ich das nicht. Alkohol ist im Moment einfach ein Teil meines Lebens, so wie es gerade ist."

Fazit: Für die vermuteten Gründe ist dein reflektiertes Selbst verantwortlich. Dein Selbst ist quasi "die Chefin/der Chef" deiner inneren Trinkerin und kann in Frage stellen, was dir deine innere Trinkerin erzählt. Dein Selbst übernimmt im Loslösungsprozess vom Alkohol eine wichtige Rolle. Der Zugang zum Selbst ermöglicht es dir, deine innere Trinkerin zu verstehen und mit ihr zusammenzuarbeiten.


Lösung: Selbstkompetenzen (z.B. Stopp und Nein sagen, Autopiloten unterbrechen oder Selbstfürsorge) erlernen, festigen und im Alltag einüben.


Die wahren Gründe (und das sind die am besten zu akzeptierenden!), warum ein Leben ohne Alkohol bis jetzt für dich noch nicht in Frage kam


Dass du deine wahren Gründe, warum du dich noch nicht vom Alkohol verabschieden kannst, noch nicht kennst, hat damit zu tun, dass du sie einfach noch nicht kennst: Es handelt sich um eine Wissenslücke.


Vermutlich hast du schon Hunderte von Stunden Denkarbeit in dein Trinkverhalten investiert und dich mit den vordergründigen und vermuteten Gründen herumgeschlagen, dir immer wieder dieselben Geschichten erzählt und an deiner Willenskraft gezweifelt. Die psychische Alkoholabhängigkeit hat sehr viel damit zu tun, wie sich Alkohol auf deine Gehirnstruktur auswirkt. Wie sie dein Belohnungssystem beeinflusst und dazu führt, dass du in bestimmten Situationen das unbändige Verlangen nach Alkohol hast. Das ist das, was auf der biochemischen Ebene passiert.


Und dann gibt es noch das, was auf der psychischen/seelischen Ebene passiert: Diese veränderten Gehirnstrukturen wirken sich auf deine Lebensrealität aus - und das ist bei allen individuell, obwohl es sehr viele Parallelen gibt (wie meine Erfahrung mit meinen Klientinnen sowie wissenschaftliche Studien zeigen). Du funktionalisierst dann Alkohol, heisst, dass er eine Rolle übernimmt in deinem Alltag, die du sonst nicht zu besetzen weisst. Wenn du den Alkohol einfach weglässt, ohne dir über seine Rolle bewusst zu sein und sie zu kennen, führt das zu einer Lücke - die dich dann wiederum heftig nach ihm verlangen lässt.


Die wahren Gründe, warum du dich noch nicht vom Alkohol verabschieden konntest, sind also zusammengefasst:

  • biochemische Prozesse, die deine Gehirnstruktur verändern und sich auf dein Denken und Handeln auswirken

  • Veränderung der Wahrnehmung deiner Lebensrealität

  • Du denkst nur an das grosse Ziel (Alkoholfreiheit) und nicht an den nächsten Schritt, der getan werden muss

  • Alkohol als Bewältigungsstrategie: Du "brauchst" Alkohol, um ... zu erleben (z.B. Stressmilderung, Lösung von Anspannung, Angstregulierung, Verbindung zu anderen Menschen, Zugehörigkeitsgefühl, Ertragen von Lebensumständen)

Fazit: Indem du die wahren Gründe, warum du dich bisher noch nicht vom Alkohol verabschieden konntest, kennst, kannst du ins Handeln kommen. Denn jetzt weisst du, was wirklich zu tun ist, um dich vom Alkohol endgültig verabschieden zu können. Denn jetzt weisst du, was dich bisher davon abgehalten hat - und was dich von nun an dazu bringen kann, deinen Weg in Richtung Alkoholfreiheit gehen zu können. Und zwar DEINEN Weg, keinen "allgemeinen" Weg. Auch deine "innere Motivierte" weiss jetzt viel besser, was zu tun ist, um dich auf deinem Weg bestmöglich unterstützen zu können, während deine innere Trinkerin immer leiser werden kann.


Lösung: Du eignest dir fundiertes Wissen an, um dich selbst besser verstehen und in die Handlung kommen zu können.



Was du jetzt gleich tun kannst


Von nun an, wenn dich das Verlangen nach Alkohol packt und sofort deine innere Gedanken-Maschinerie anspringt, beobachte deine Gedanken. Trete quasi einen Schritt zurück, auch wenn sich das komisch anhört, doch es funktioniert: Indem du Beobachterin deiner Gedanken wirst, erlangst du ein kleines Stückchen Kontrolle über sie zurück. Denn je besser du dich kennenlernst, und das tust du, wenn du deine Gedankengänge zu reflektieren beginnst, desto einfacher wird es für dich, in Kombination mit dem nötigen fundierten Wissen, deinen Weg in deine Alkoholfreiheit weiter gehen zu können.


Ich wünsche dir viel Erfolg dabei und wer weiss, vielleicht sehen wir uns ja bald? Denn wenn du Unterstützung suchst darin, deine drei Säulen für dein glückliches und gesundes Leben ohne Alkohol (Gewohnheiten und Rituale, Selbstkompetenzen, fundiertes Wissen) aufzubauen, ist mein Kurs "Heile deine innere Trinkerin" genau das Richtige für dich. Für alle Infos, schau mal hier vorbei (https://www.fraubrehmertrinktnichtmehr.com/innere-trinkerin).


Alles Liebe, deine Maria


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