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Leben ohne Alkohol: Wenn dein Arzt dich nicht versteht

"Ach, so ein Gläschen am Abend macht doch nix, Freu Meier" – solche und andere verharmlosende Sätze hören meine Klient:innen immer wieder, wenn sie sich mit ihrem Alkoholthema vor ihrem Arzt/ihrer Ärztin öffnen. Warum solche und ähnliche Reaktionen von medizinischem Fachpersonal auf die Anliegen ihrer Patient:innen gefährlich sind, liest du in diesem Artikel.





Jetzt mal ehrlich: Glaubst du eigentlich noch an den Weihnachtsmann? Ich vermute, nicht. (Erst recht nicht, wenn es draussen gefühlte 40 Grad sind.) Genauso wenig, wie du an den Weihnachtsmann glaubst, glaubst du vermutlich an die weit verbreitete Annahme, dass Alkohol in irgendeiner Form gesund sei. Du weisst, dass Alkohol ungesund ist und dir nicht guttut. Genau darum möchtest du ihn ja nicht mehr trinken. Genau darum bist du hier.

Was ich doch ziemlich erstaunlich finde: Dass offenbar immer noch sehr viele Ärzte und Ärztinnen an den Weihnachtsmann glauben, ähh... an den Mythos "Alkohol ist in kleinen Mengen gesund und wohltunend".

Alkohol ist keine Selbstfürsorge, weil er keine nachhaltige Selbstfürsorge ist – das habe ich in diesem Blog-Artikel bereits ausführlich beschrieben. Da ändert auch die Meinung einer medizinischen Autoritätsperson nichts daran.

Heute soll es um fehlende Unterstützung und fehlendes Wissen bei medizinischem Fachpersonal gehen.

Seit ich mich eingehend mit dem Thema Alkoholfreiheit beschäftige und arbeite und mich damit öffentlich zeige, habe ich aus der Community Dutzende, ja vermutlich mittlerweile Hunderte Nachrichten bekommen, die in etwa so lauten:




Frustrierend? Und wie!

Weil bei einer solchen Reaktion des Hausarztes oder der Psychologin Folgendes passiert:

Du fühlst dich nicht ernst genommen.

Und das wiederum zahlt auf das Konto des niedrigen Selbstwerts ein, den jemand, der das Gefühl hat, den Alkoholkonsum nicht im Griff zu haben, sowieso schon hat. Die Konsequenz? Du gehst nachhause und fühlst dich noch schlechter und noch hilfloser als vorher. Das wiederum kann zu erneutem Konsum führen, um diese Schmerzen zu lindern.

Du bist in deiner Entscheidung unsicher.

Klar: Wenn uns eine medizinische Autorität sagt, dass wir eigentlich gar kein Problem haben sollten oder dürften, dass wir dann an unserer eigenen Wahrnehmung und Einschätzung zweifeln. Was wiederum nicht selten ein altbekanntes Gefühl in uns auslösen kann: Ich kann mir sowieso nicht trauen, ich weiss nicht, ob ich richtig liege, ich bin unsicher, ich bin planlos... Dein Ziel, nichts mehr zu trinken, wurde soeben sabotiert. Ausser...

Du fühlst dich in deiner Entscheidung bestärkt.

Und zwar darum, weil du deinen Arzt/deine Ärztin oder deine:n Psycholog:in durchschaust: Du erkennst, dass da jemand vor dir sitzt, der oder die sich vermutlich noch nie ernsthaft mit dem Thema auseinandergesetzt hat und vermutlich auch kein Interesse daran hat. Du erkennst, dass du schon einen grossen Schritt weiter bist, als die andere Person dies erfassen kann. Du erkennst, dass dies ein gutes Zeichen dafür bist, dass du auf dem richtigen Weg bist.

Und das ist ein Grund, stolz auf dich zu sein! 🥳




Auch mein Arzt riet mir früher, bei nervösen Zuständen ein Gläschen Cognac zu trinken. Das hat mich stutzig gemacht (weil ich schon immer darauf bedacht war, mich sehr gesund zu ernähren – so als Ausgleich zu meinem Konsum 🫠).

Also habe ich angefangen, mich darüber zu informieren und bin auf für mich bedeutende Definitionen von "zu viel" gestossen, an denen ich mich bis heute orientiere:


Es gibt nur eine Einschätzung, die zählt: Und zwar deine.

Wenn es für dich ein Problem ist, ist es ein Problem für dich. Du brauchst keine gewissen Kriterien zu erfüllen, um etwas verändern zu wollen. Du entscheidest, wenn du etwas verändern möchtest. Du entscheidest, wenn dir der Preis zu hoch ist. Du entscheidest, wenn du nicht mehr mitmachen willst. Denn:

Du bist die Expertin/der Experte deines Lebens. Punkt.




Hast du Lust, noch heute deinen nächsten Schritt in Richtung Alkoholfreiheit zu gehen?

Dann schau dir meine kostenlose 100-Tipps-zum-Anfangen-Liste an. Alle Infos dazu findest du hier: https://www.fraubrehmertrinktnichtmehr.com/100-dinge

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