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Du zweifelst an deiner Entscheidung, ein Leben ohne Alkohol zu führen? Frage dein 10-jähriges Ich



Es gibt Dinge, von denen wissen wir ganz genau, dass sie nicht gut für uns sind – und trotzdem wollen wir sie. Alkohol zum Beispiel. Oder ungesunde Beziehungen und krankmachende Jobs.


Ich habe mich in meinem Leben oft für Dinge entschieden, von denen ich ganz genau wusste, dass sie nicht gut für mich sind. Immer wieder. Nicht nur für Alkohol. (Für Dinge, die nicht Alkohol waren, aber dennoch ungesund für mich, entschied ich mich höchstwahrscheinlich darum, weil ich mich vorher für Alkohol entschieden hatte.)


Vieles war früher nicht lustig. Auch heute noch sind manche Dinge nicht lustig.


Und das ist normal. Denn: Auch wenn alles, aber auch wirklich alles besser wird, wenn du dich für die Alkoholfreiheit entscheidest, bedeutet das nicht, dass alles immer nur noch gut ist. Das ist es nicht. Und das ist auch okay so. Denn: Wenn du alkoholfrei lebst, kommst du mit Dingen, die nicht gut sind, viel besser klar. Aber dazu ein andermal mehr.


In mir existiert eine Stimme, die völlig irrational nach dem Zeug schreit, von dem ich früher nie genug bekommen konnte. Alkohol zum Beispiel. Oder Drama in meiner Beziehung.


Auf rationale Argumente hört diese Stimme nicht.


Ich muss dann tiefer gehen. Es muss emotional werden. Ich muss es spüren.


Was hilft: Ich schaue mir ein Foto von mir als Mädchen an. Ich schaue in die unschuldigen Kinderaugen und frage mich: Soll das die Zukunft dieses Mädchens sein? Wie soll die Zukunft dieses Mädchens aussehen?


Ich frage mein Kinder-Ich:


Was würdest du wählen, kleine Maria?


Die kleine Maria antwortet ziemlich klar.


Nicht den Alkohol. Nicht, was er aus mir macht.


Achtung: Diese Praxis kann sehr bewegend sein. Bitte taste dich langsam an die Vorstellung heran, in Kontakt mit einer jüngeren Version deiner selbst zu treten. Fühlt sich das von Anfang an ungut an, bitte führe die Übung nicht durch. Wenn du in Therapie bist, frage deine:n Psycholog:in, ob ihr die Übung gemeinsam durchführt.


  • Speichere ein Foto von dir als Kind gut auffindbar auf deinem Handy.

  • Schaue es an und frage dich: Wie soll die Zukunft dieses Kindes aussehen?

  • Entscheide dich für deine gute Zukunft.

Wenn wir unser Kinder-Ich befragen, landen wir automatisch bei unserem jetzigen Ich. Weil unser jetziges Ich unser Kinder-Ich nicht verletzten möchte, nicht enttäuschen und ihm die Chance auf ein gutes Leben nicht verwehren möchte.


Darum entscheiden wir uns für die gute Zukunft. Für das gute Jetzt.

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